May 152012
 

Das IMS Institut hilft uns weiter

Lederhosen Aus den Befunden der Studie ließen sich vom IMAS mit Hilfe von Clusteranalysen sehr deutlich erkennbare Bewusstseinsfamilien, also Gruppen mit ähnlichen Denkweisen, ableiten. In weiterer Folge wurde vom Institut anhand von Intensitätsskalen geprüft, welche statistische Verbreitung die jeweiligen Denkmuster in der Bevölkerung besitzen.

Typus: Pflichtbewusster Bürger (Good Citizen)

Als zahlenmäßig stärkste Bewusstseinsfamilie entpuppte sich eine Personengruppe, auf die der Oberbegriff “Pflichtbewusster Bürger / Good Citizen” zutrifft. Es sind Erwachsene, die sich für möglichst viel Eigenverantwortung, freiwillig erbrachte Leistungen, konstruktiver Kritik an den inneren Zuständen, sowie für eine rege Beteiligung an Wahlen aus- sprechen und ansonsten eine Bereicherung des Einzelnen auf Kosten der Allgemeinheit ablehnen. In stärkster Ausprägung ist dieses Verhaltensmuster bei 32 Prozent, in mittlerer Intensität bei 34 Prozent und in ganz schwacher Form bei ebenfalls 34 Prozent der Österreicher vorhanden. Ob man ein “Pflichtbewusster Bürger” ist, hängt vor allem von

Alter und Bildung ab. Demnach sind Personen über 50 sowie Angehörige der höchsten Bildungsschicht (Maturanten und Akademiker) unter den Musterdemokraten erheblich häufiger zu finden als in den entsprechenden Gegengruppen.

Typus: Heimatverbundene Traditionalisten

Die zweitstärkste Bewusstseinsfamilie besteht aus Österreichern, die besonders viel Wert auf die Pflege der eigenen Sprache und die kulturelle Überlieferung des Landes legen, die für die Verteidigung des christlichen Glaubens eintreten, Recht und Ordnung einfordern, das Prinzip des Gehorsams bejahen sowie die Liebe zur Heimat empfehlen. In reinster Form findet man das Familienmerkmal des “Heimat-verbundenen Traditionalisten” bei einem guten Fünftel der Bevölkerung, in mittlerer Ausprägung bei einem satten Drittel und nur mehr undeutlich wahrnehmbar bei 45 Prozent der Erwachsenen. Die beschriebene Denkweise korreliert erwartungsgemäß vor allem mit dem Lebensalter, doch sind die Unterschiede innerhalb der Alters-Segmente nicht sehr stark. Was die Angehörigen der jungen Gener- ation (Personen unter 30) betrifft, so unterscheiden sie sich von der übrigen Bevölkerung eher durch ein mittelmäßiges Heimatbewusstsein, keinesfalls durch eine Abwendung von den österreichischen Charakteristiken.

Typus: Multikulturelle Gleichheitsphilosophen

Einen schroffen Kontrast zu den heimatverbundenen Traditionalisten bilden die “multikulturellen Gleichheitsphilosophen”. Es sind dies Personen, die sich ganz allgemein für viel Gleichheit einsetzen, die Aufgeschlossenheit für fremde Kulturen preisen, die Gleichstellung von Zuwanderern mit Österreichern anstreben, sich für eine europäische Gesinnung stark machen und im Übrigen laut nach politischer Mitbestimmung rufen. Die beschriebene Fraktion repräsentiert statisch nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung. Ihr harter Kern umfasst lediglich sieben Prozent der Erwachsenen. In mittlerer Intensität findet man multikulturelles Gleichheitsdenken bei 26 Prozent. Kaum vorhanden ist es bei 67 Prozent, also bei mehr als zwei Drittel der Österreicher.

Apr 252012
 

Save the Whale(Anton Volpini) – Wir retten die ganze Welt, die Umwelt und die Natur. Ein kritischer Blick hinter die Systematik der nahzu schon allmächtigen Rettungsgesellschaft und deren Spenden- und Subventionsmaximierung.

Während ein Teil unserer europäischen Politiker mit hektischem Gehabe versucht, den Euro, die EU und das Friedensprojekt vor dem Scheitern zu retten und dabei zu immer radikaleren Maßnahmen greift, um überhaupt noch Wirkung zu erzielen, sind andere Politiker emsig damit beschäftigt die Natur, das Klima oder gar die Welt zu retten. Dabei werden sie von einer Vielzahl von unterschiedlichen Organisationen medienwirksam unterstützt und geben uns einfachen Bürgern jeden Tag aufs Neue das Gefühl, wir stünden am Rande einer Katastrophe. Durch medialen Dauerbeschuss werden wir in einem ständigen Angstzustand gehalten. Da ich weder Biologie, Zoologie, noch Physik oder sonst irgendeine Naturwissenschaft studiert habe, fehlt mir also die Wissensgrundlage um diese sehr komplexen Themen inhaltlich zu verstehen. Aber als ein durch Naturschutzeinschränkungen betroffener Grundbesitzer, musste ich mich zwangsläufig mit solchen Inhalten beschäftigen.

Fakten oder Rethorik?

Dabei bin ich vor Jahren auf ein sehr interessantes Buch gestoßen, dessen Grundaussage darin besteht, dass man bei Naturschutzthemen keiner Darstellung Glauben schenken darf, wenn sie nicht durch nachvollziehbare Zahlen untermauert ist und die Quellenangaben jeder Information nicht durch Fußnoten versehen sind. Das Buch heißt „Apokalypse No!“ und wurde von Björn Lomborg, einem Professor für Statistik, geschrieben. In unzähligen Beispielen lässt er seine Studenten statistisch eruieren, was Fakt und was nur Rhetorik ist und gibt damit dem Leser ein sehr brauchbares Hilfswerkzeug zur besseren Beurteilung von richtig und falsch zur Hand. Durch diese Beurteilungsmethode geleitet, habe ich viele Fachbücher gelesen, die mir mehr und mehr die Augen geöffnet, aber vor allem meine dringlichsten Fragen beantwortet haben: Warum muss zum Beispiel in einem Nationalpark die Natur vor den Zugriffen der Grundeigentümer geschützt werden? Wer sind die Naturschützer und was genau wollen sie schützen? Wer diese Fragen auf unsere Natur-, Klima- und Weltrettungsthemen umlegt und noch durch einige allgemeinen Fragen ergänzt, wird feststellen, dass diese Schutz und Rettungsthemen überall nach den gleichen Regeln ablaufen. Was ist wovor zu retten? Wie ist der Zustand des Rettungsgegenstandes jetzt, und in welchen Zustand wollen wir ihn retten? Wer rettet und vor welchen Übeltätern soll gerettet werden? Da ich mir nicht anmaßen möchte, über eine Weltrettung zu urteilen, konzentriere ich mich auf die Natur- und Klimarettung. Die Retter wollen also den derzeitigen Zustand konservieren. Diese Geisteshaltung entstammt einer romantisierenden Einstellung der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts, als Ernst Haeckel vom Haushalt der Natur lehrte und dabei den Grundsatz des Gleichgewichtes in der Natur prägte.

Ein Gleichgewicht gab es nie

Das ist natürlich Unsinn! Es gibt kein Gleichgewicht in der Natur, im Klima oder gar im Universum. Das Ganze lebt von ständigen Ungleichgewichten! Klimawandel gab es immer, auch ohne Zutun der Menschen und wird es geben, solange die Erde besteht. Wovor wollen also die selbsternannten Retter das Klima retten und wohin wollen sie es retten? Ist der Zustand des Klimas (das es als „ein Klima“ gar nicht gibt) zurzeit so unerträglich, dass es gerettet werden muss, oder könnte es nicht doch ein bisschen wärmer werden, wie es im Klimaoptimum im Mittelalter bereits war? Oder soll das Klima wieder in eine kleine Eiszeit gerettet werden, so wie im 16. und 17. Jahrhundert, als die Menschen auf Wanderschaft gingen, weil in den Alpen durch Gletscherbildungen die Nahrungsgrundlagen verloren gingen? Wer sind denn die Retter, und warum bezeichnen sie sich als Retter? Der Begriff hat etwas heroisches und bessermachendes an sich. Das Wort Retter ist stark positiv besetzt. Wer sich in die Position des Retters setzt, macht alle anderen alternativlos würde man heute sagen. Will man kein schlechter Mensch sein, dann muss man beim Retten natürlich dabei sein.

Die Retter wollen unser Geld

Die selbsternannten Natur- und Klimaretter sind Mitglieder von Non-Government-Organisations, deren Geschäftsmodel aus Spenden- und Subventionsmaximierung besteht. Weil mittlerweile alle mitretten wollen, sind in dieser Allianz viele Politiker, Konzerne und Medien vertreten, die alle nur ein Ziel haben:

Unser Geld!

Und wer sind die Übeltäter, vor denen gerettet werden soll? Das sind wir, wir Menschen! Die Retter sind also gegen uns Menschen, wollen aber unser Geld! Dafür gibt es nur eine Bezeichnung aus der Naturwissenschaft: Parasiten! Und weil in dieser aufdringlichen Rettungsbewegung niemand hinten anstehen will, ist die rettende Medienorgel manchmal so laut, dass man wirklich das Gefühl bekommt, die retten schon die ganze Welt!

Apr 152012
 

Putsch(Friedrich Romig) – Für Mai 2012 plant unsere Regierung den großen Verfassungsputsch. Zum 700 Milliarden EURO plus-Monster „Europäischer Stabilitäts-Mechanismus“ soll das Parlament Ja und Amen sagen und dann auf ewig seinen Mund halten. Die Exekutive will das Parlament buchstäblich „entmündigen“. Der ESM ist eine Mega Bad Bank, die uneinbringliche Schulden zahlungsunfähiger Staaten (PIIGS) aufnimmt, um sie von den reichen Staaten (D, NL, FIN, AT) und ihren Bürgern „bedienen“ zu lassen.

Allein der Finanzminister als „Gouverneur“ der neuen Mega Bad Bank ESM soll in Brüssel unwiderruflich entscheiden, welche Unsummen wir aufzubringen haben und wohin unser Steuergeld zu fließen hat. Der von Bundeskanzler Faymann am 2. Februar 2012 unterzeichnete Knebelvertrag ist ein totalitärer Anschlag auf das Verfassungsrecht, auf den Primat des Nationalrats und die Souveränität unseres Staates in Finanz- und Budgetfragen.

Zur Unterstützung gescheiterter Staaten werden uns Bürgern auf Generationen hinaus die Mittel entzogen, die wir selbst dringend brauchen, um wenigstens halbwegs über die Runden zu kommen, unsere Sozialnetze vor dem Zerreißen zu bewahren, die Infrastruktur zu erhalten und unserer Jugend jene Ausbildung zu ermöglichen, die sie für ihren Lebenskampf braucht.

Was ist beabsichtigt?

Der einzige Zweck des Putsches ist die Entschuldung schwacher EURO-Staaten zu Lasten der starken und ihrer Bürger. Es soll also genau das geschehen, was bei Einführung des EURO ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Niemals hätten Deutsche oder Österreicher der Einführung des EURO zugestimmt, wäre ihnen gesagt worden, sie müssten die Schulden anderer Staaten bezahlen oder für sie bürgen. Der Gedanke an eine „Schuldenunion“ war für alle Regierungen und sogar für den Mr. Euro, Herrn Claude Juncker, in den 90er Jahren so absurd wie „eine Hungersnot in Bayern“.

Das wurde vertraglich eisern und unmissverständlich in der „No-Bailout“-Klausel (heute Art. 125 AEUV) fixiert: „Kein Staat haftet oder zahlt für einen anderen Staat“. Und ausdrücklich wurde verboten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Gelddruckmaschine anwirft, um Staatsschulden zu finanzieren. Im Mai 2010 wurden durch die Staatschefs im Zusammenwirken mit der EZB in einer Nacht- und Nebelaktion die Verträge gebrochen.

Ein einmaliger Vorgang: Die Staatschefs, die auf die Verfassung eingeschworen sind, brechen das Recht und machen genau das, wofür jeder Bürger bestraft wird. Das war das Ende des Rechtsstaats in Europa. Seit diesem Rechtsbruch kam es auf rund zehn Gipfeltreffen zu einer Kette von illegitimen „Rettungsmaßnahmen“, welche die zahlenden Euro-Mitglieder zugleich mit den „beschirmten“ Schuldnern immer tiefer in den Schuldensumpf hineintrieben, in dem sie nun versinken und ihre Freiheit verlieren. Denn ohne Recht gibt es keine Freiheit.

Der Putsch durch ein neues „Ermächtigungsgesetz“

Mit dem ESM-Vertrag wird einer kleinen Gruppe von Personen, dem aus den Finanzministern der Euro-Mitglliedsstaaten bestehenden „Gouverneursrat“ (Art. 5), eine praktisch unkontrollierbare, politische und finanzielle Macht übertragen.

  • Die „Gouverneure“ können das zunächst mit 700 Milliarden bestimmte Stammkapital des ESM jederzeit beliebig erhöhen (Art. 8, Abs. 2: Art. 10, Abs. 1).
  • Sie können jederzeit noch nicht eingezahltes Stammkapital einfordern. Innerhalb von sieben Tagen müssen die Staaten der Aufforderung nachkommen.
  • Sie können es dem ESM gestatten, Kredite in unbegrenzter Höhe aufzunehmen, um schwache Länder und ihre Banken zu finanzieren (Art. 21).
  • Die Leitung des ESM kann unbeschränkt Geschäfte jeder Art mit jedermann abschließen. Sowohl die Leitung wie die Gouverneure genießen Immunität vor gerichtlicher Verfolgung, auch dann wenn sie Gelder veruntreuen oder aufs Spiel setzen (Art. 35).
  • Die Gouverneure, Leitung und Mitarbeiter haben Schweigerecht und Schweigepflicht. Sie können von niemandem außerhalb des ESM zur Rechenschaft gezogen werden. Sie selbst bestimmen ihre Prüfer Art. 26-30). Gehalt oder „Entschädigung“ setzen sie sich selbst fest. Beides ist von staatlichen Steuern und Abgaben befreit.
  • Gesetze gelten für den ESM nicht, weder bestehende noch zukünftige. Kein Gericht kann den ESM belangen oder auf sein Vermögen zugreifen. Umgekehrt hat der ESM Klagerecht gegen jedermann (Art. 32)
  • Der ESM braucht keine Banklizenz, noch untersteht er irgendeiner Finanzaufsicht (Art. 32, Abs. 9).
  • Der ESM kann praktisch alle banküblichen Finanzgeschäfte tätigen (Art. 14 – 21):
  • Er kann Euro-Ländern Kredite geben (Art. 16)

    - Anleihen von EURO-Ländern zeichnen (Art. 17)
    - Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt kaufen oder verkaufen (Art. 18)
    - Banken finanzieren (Art. 15)
    - EURO-Ländern Kreditlinien und Ziehungsrechte einräumen (Art. 14)
    - EURO-Bonds ausgeben (Art. 21)
    - Zinsen festsetzen (Art. 20)
    - Der ESM kann unbegrenzt Kredite aufnehmen und „hebeln“ (Art. 21)
    - Die Liste der Geschäfte jederzeit ändern und erweitern (Art. 19)
    

Bei dieser ungeheuerlichen Kompetenzübertragung steigt selbst dem „Grünen“ EU-Freak Alexander van der Bellen „die Galle hoch“, wie er im Standard vom 30. März 2012 schreibt: „Nur weil die Regierungschefs pfeifen, haben Abgeordnete noch lange nicht zu springen. Sind Parlamente nichts als zeitraubende Schwatzbuden? Gilt jetzt als billiger Populismus, wenn Abgeordnete sich gegen autoritäre Strukturen wehren?“

Seine Fragen sind berechtigt, denn das ESM-Gesetz (es hat noch keinen Namen) ist nur mit dem „Ermächtigungsgesetz“ Hitlers aus dem Jahr 1933 vergleichbar. Dieses wurde im Reichstag (am 23. März 1933) damit begründet, dass es „dem beabsichtigten Zweck nicht genügt, wollte die Regierung sich für ihre Maßnahmen von Fall zu Fall die Genehmigung des Reichstags erhandeln und erbitten.” Frau Fekter will einen Ausschuss des österreichischen Parlaments gerade noch „informieren“ und ihm allenfalls eine „begleitende Kontrolle“ einräumen, mehr nicht. Mit den Abnickern aus den Regierungsparteien glaubt sie schnell fertig zu werden. Und sie hat wohl recht damit.

Die Gewaltenteilung ist aufgehoben, die Exekutive hat die Legislative längst in die Tasche gesteckt. Die Abgeordneten lesen ja großteils nicht einmal die Gesetze, die sie beschließen, ihr Verständnis für komplizierte Finanztransaktionen ist beschränkt. Sie merken gar nicht, dass durch den bevorstehenden Verfassungsputsch das Königsrecht des Parlaments, die Repräsentation des Bürgers in Budgetfragen, durch ihre Zustimmung ausgehebelt wird. Immerhin werden wenigstens FPÖ und BZÖ den Knebelvertrag ablehnen, die „Grünen“ jedoch zustimmen. Sie verhandeln bereits, wie uns van der Bellen unterrichtet, mit der Regierung, und wie die Verhandlungen dieser Partei von Heuchlern mit der Regierung ausgehen werden, ist jetzt schon gewiss.

Der Putsch ist der eigentliche Skandal

Der Putsch durch eine unscheinbare Verfassungsänderung, mit der alle ursprünglichen Prinzipien der Europäischen Währungsunion (EWU) auf den Kopf gestellt werden, ist der eigentliche Skandal. Der ESM selbst gehört nicht zum EU-Recht, er beruht auf einem eigenen völkerrechtlichen Vertrag, der nach luxemburgischen Gesellschaftsrecht eine Art Aktiengesellschaft ins Leben ruft („a special purpose vehicle“, also eine „Zweckgesellschaft). Doch weil die „Verfassung“ der EU, der sog. „Lissabonvertrag“ (EUV und AEUV), von höherem Rang ist, dürfen völkerrechtliche Verträge zwischen den EU-Mitgliedern nicht der EU-Verfassung widersprechen.

Daher wird eine Verfassungsänderung notwendig. Diese, angeblich so „unscheinbare Verfassungsänderung“ geschieht durch einen Zusatz zu Art. 136 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der EU), der das Bailout-Verbot aufhebt. Der Zusatz lautet:

„Die Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist, können einen Stabilitätsmechanismus einrichten, der aktiviert wird, wenn dies unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro-Währungsgebiets insgesamt zu wahren“.

Begleitet wird die jetzt die Einrichtung dieses „Stabilitätsmechanismus“ durch einen „Fiskalpakt“, der die Staaten zur Haushaltsdisziplin anhält, Er erwies sich jedoch schon bei der Unterzeichnung am 21. März 2012 als Placebo und wurde gebrochen. Spanien kündigte an, die Vorgaben nicht einhalten zu können. Der Fiskalpakt wird, so die Erwartung aller Fachleute, wohl das gleiche Schicksal erfahren wie der bei Schaffung der Währungsunion verabschiedete „Stabilitätspakt“ mit den bekannten „Maastricht-Kriterien“ (3 Prozent Defizit, 60 Prozent Gesamtverschuldung).

Er wurde ebenfalls schon bei der Einführung und später noch ungefähr sechzig Male gebrochen. Es lohnt sich nicht, diesen „Fiskalpakt“ näher zu betrachten, er dient allein dazu, den Abgeordneten eine Ausrede für ihre illegitime und gewissenlose Zustimmung zum ESM-Vertrag zu liefern. Ganz abgesehen davon stellt der streng keynesianische WIFO-Ökonom Stephan Schulmeister die Sinnhaftigkeit des Fiskalpakts immer weder mit guten Gründen in Frage Würde der Fiskalpakt durchgeführt wie geplant, so würde das gerade die „Rettung“ jener Staaten vereiteln, die Hilfen aus dem ESM in Anspruch nehmen müssen und alle anderen mit in die Depression stürzen. Schon werden Wachstumsprogramme aufgelegt, welche die Schulden gleich wieder erhöhen und den durch den Fiskalpakt vorgeschriebenen Schuldenabbau aufheben.

Die Regelung zur Einrichtung des ESM soll im „vereinfachten Vertragsänderungsverfahren“ gemäß Artikel 48, Absatz 6, EUV (EU-Vertrag) erfolgen. Der einzige Zweck dieses „vereinfachten Verfahrens“ ist die Ausschaltung der Parlamente und die Nichtabhaltung von Volksabstimmungen in Ländern, wo dies für die Ratifikation völkerrechtlicher Verträge und ihrer Änderung notwendig ist. Weil durch den ESM-Vertrag das ganze EURO-Konstrukt auf den Kopf gestellt wird, kommt dies einer Gesamtänderung der Verfassung gleich, für die in Österreich eine Volksabstimmung zwingend erforderlich ist. Um sie zu vermeiden, deklarierte man einfach diese „unscheinbare“, in Wahrheit aber umstürzende, einer Revolution gleichkommende Einfügung zum Gegenstand des vereinfachten Verfahrens! Jetzt ist in Österreich nur noch eine 2/3-Mehrheit im Nationalrat für die Aufhebung des Bailout-Verbots notwendig.

Nach dem Lissabon-Vertrag ist durch eine „Nichtbeistandsklausel“ in ganz unmissverständlicher Weise das Bailout verboten:

„Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein“ (Art. 125 AEUV).

Durch die Aufhebung dieses Kernstücks der nach deutschem Vorbild konzipierten „Stabilitätsunion“, wird die Europäische Währungsunion zu einer Schulden-, Haftungs- und Transferunion. Eine grundlegendere Verfassungsbestimmung, durch welche die ursprünglichen Prinzipien der EWU vollkommen verändert werden, ist kaum denkbar. Bundeskanzler Faymann hat sich vor den Wahlen zum Nationalrat verpflichtet, jede grundlegende Veränderung der Lissabonverträge einer Volksabstimmung zu unterziehen. Jetzt versucht er sich mit „dirty tricks“ seiner Verpflichtung zu entziehen und wird wortbrüchig.

Im Schuldensumpf für alle Ewigkeit

Der ESM-Vertrag enthält keine Auflösungs- und Austrittsklauseln. Er verpflichtet alle künftigen Generationen unseres Landes in alle Ewigkeit die Schulden anderer Länder zu übernehmen und zu bedienen, und das auf Kosten des eigenen Wohlstands. Die Haftung ist praktisch unbegrenzt. Wir haben uns nämlich verpflichtet, die Anteile am ESM auch jener Länder zu übernehmen, die Hilfen aus dem ESM erhalten oder ihren Vertragsverpflichtungen nicht nachkommen.

Suchen alle in Frage kommenden Länder, die so genannten „PIIGS“ (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) um Hilfen an, dann können sich unsere Haftungen und Zahlungen verdoppeln oder verdreifachen. Außerdem werden die Kredite des IWF vorrangig zurückgezahlt und bedient, sodass auch dadurch das Haftungsrisiko nochmals erheblich steigt.

Nach der Zustimmung zum ESM sind wir Österreicher praktisch an einer „Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung“ beteiligt, aus der wir nicht mehr herauskommen und damit „erpressbar geworden“ sind (Prof. Hans-Werner Sinn). Wir befinden uns dann auf dem sicheren „Weg in die Katastrophe“ (Prof. Max Otte). Schon seit den ersten, noch bescheidenen Beteiligungen konnten wir uns der ständigen „Aufstockungen“ und „Erweiterungen“ der nutzlosen Rettungsschirme nicht erwehren. Jetzt betragen Zahlungen und Haftungen für uns Österreicher mehr als 50 Milliarden EURO!

Wofür die zahlungskräftigen EURO-Mitglieder bereits zahlen und haften

Wofür und in welchem Ausmaß wir Österreicher zahlen und haften müssen, weiß in Wahrheit niemand. Frau Fekter gab zuletzt (im „Standard“ vom 1. April 2012) eine Summe von 40 Milliarden EURO an, doch vergaß sie dabei die Zinsen und die bereits eingetretenen Ausfälle, nicht zuletzt verursacht durch Spekulationen von inländischen Banken. Zahlreiche Banken müssen Abschreibungen auf ihre Beteiligungen im Ausland vornehmen, die das Steueraufkommen mindern.

Die Steuerausfälle müssen von den Bürgern Österreichs durch erhöhte Zahlungen abgedeckt werden. Durch die bereits außer Kontrolle geratene Inflation erfolgt zusätzlich zur höheren Besteuerung eine „kalte Enteignung“ der Vermögen und Realeinkommen. EZB und Notenbanken haben die Geldschleusen geöffnet, neue Blasenbildungen zeichnen sich ab, die eher früher als später platzen und zu weiteren Belastungen führen werden.

Eine grobe Übersicht über weitgehend unbestrittene Zahlungs- und Haftungsbeträge der Gesamtheit der EURO-Länder weist folgende Positionen auf:

  • IWF-Anteil am Rettungsschirm (Haftung EURO-Länder!) 250 Mrd.
  • Bürgschaften für Hilfen aus dem EU-Haushalt (EFSM) 60 Mrd.
  • Bürgschaften aus dem EFSF (Vorgänger des ESM) 780 Mrd.
  • 1 . Rettungspaket für Griechenland (bilateral inkl. IWF) 109 Mrd.
  • Privatentschuldung“ Griechenlands (dafür kommt größtenteils der Staat auf indirekte Weise in Form von Zinsdifferenzgeschenken an die Banken und durch Steuerausfälle auf) 110 Mrd.
  • EZB Ankäufe von Staatsanleihen der PIIGS (die nie zurückgezahlt werden!) 220 Mrd.
  • Target 2 Verbindlichkeiten der PIIGS (uneinbringlich!) 650 Mrd.
  • Geplante Aufstockung der IWF-Beteiligung durch EWU-Länder 150 Mrd.

In dieser horrenden Summe von 2.3 Billionen EURO sind Altbeteiligungen am Kapital des IWF oder der EZB, die natürlich ebenfalls nie zurückgezahlt werden, noch nicht enthalten. Auch die Verluste der EZB durch Abschreibungen auf uneinbringliche Forderungen gegenüber Banken und auf die von ihnen gestellten Sicherheiten („Collaterals“) lassen sich heute nicht beziffern. Die EZB hat ihre Bilanzsumme mit Hilfe ihrer Gelddruckmaschinen in wenigen Jahren auf rund drei Billionen EURO erhöht und damit verdreifacht! Und das bei praktisch stagnierender Realproduktion! Längst wird sie ihrer eigentlichen Aufgabe, für Preisstabilität zu sorgen, nicht mehr gerecht.

Österreich ist an den Unsummen mit ungefähr drei Prozent beteiligt. Wie hoch das daraus resultierende Risiko ist, lässt sich heute noch kaum abschätzen. Wir stecken jedenfalls bis zum Hals im Schuldensumpf.

Der Ausstieg ist machbar!

Trotzdem ist der Ausstieg machbar. Die von dem englischen, bankenunabhängigen Forschungsinstitut „Lombard Street Research“ im Auftrag der Niederländer erstellte Studie „Netherlands and the EURO“ (im Internet leicht abrufbar!) kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass selbst der sofortige Ausstieg auf jeden Fall für die Niederländer weit billiger käme als die Weiterführung der Währungsunion bis zum Jahr 2015 oder darüber hinaus. Selbst wenn die bereits geleisteten Zahlungen und noch bestehenden Zahlungsverpflichtungen voll abgeschrieben werden müssten, ist der Nutzen aus dem Ausstieg höher als die Kosten.

Die Studie räumt ein für allemal mit der falschen Behauptung auf, die Niederländer hätten von dem Beitritt zur Währungsunion „profitiert“. Tatsächlich war der Beitritt von Beginn an mit erheblichen Wohlstandsverlusten verbunden. Geringere Zuwächse an BIP und Realeinkommen pro Kopf, Zunahme an prekären Arbeitsplätzen, höhere Budgetdefizite, höhere Arbeitslosenraten, höhere Abschreibung auf Leistungsbilanzüberschüsse, höhere Inflationsraten, Einbußen an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern wie Schweiz und Schweden lassen deutliche Nachteile aus der Mitgliedschaft in Währungsunion erkennen. Für die Niederländer wäre der sofortige Ausstieg aus der Eurozone sehr zu empfehlen. Die Gefahr einer überbordenden Aufwertung der eigenen Währung (dem Niederländischen Gulden) besteht nicht.

Die Ergebnisse dieser gründlichen Studie können ganz ohne Zweifel in hohem Maße auf Österreich übertragen werden. Auch für Österreich gilt, dass der schnellstmögliche Ausstieg aus der Währungsunion, die Nichtbeteiligung am ESM und die Rückkehr zur eigenen Währung die weitaus günstigste Option wäre.

Damit aber entsteht eine Verpflichtung für alle Abgeordneten, Journalisten, Meinngsführer und für alle Bürger, denen das Wohl des Landes und der künftigen Generationen am Herzen liegt, sich mit allen Kräften gegen den Putschversuch zu stemmen. Wenn wir diesen geplanten Putsch nicht verhindern, wird die ESM Mega Bad Bank sich auf uns legen wie eine Krake und mit ihren Fangarmen noch den letzten Blutstropfen aus unseren Adern saugen, bevor wir endgültig im Schuldensumpf versinken.

Friedrich Romig lehrte Politische Ökonomie in Wien, Graz und Aachen. Er war Mitglied der Europakommission der Österreichischen Bischofskonferenz. In seinem jüngsten Buch „Der Sinn der Geschichte“ (Regin-Verlag, Kiel 2011) bringt er die Gefahr der Entwicklung der Europäischen Union zu „Vereinigten Staaten von Europa“ in den Zusammenhang mit der Herausbildung der Neuen Weltordnung („Ordo Novus Saeculorum“).

Apr 032012
 

Titanic(Andreas Unterberger) – Wenn einer eine Krise durchlebt, dann kann er was erzählen. Mit den Erzählungen über die Krise der letzten vier Jahre gibt es freilich ein großes Problem: Es kursieren so viele Geschichten über die Krise, so viele teils bewusste Lügen und Ablenkungs-Stories, so viele Irrtümer und Varianten des Wunschdenkens, dass sich die ganze Wahrheit zu dieser Krisen nur noch schwer durchzusetzen vermag.

In drei zentralen Gedanken das, was man heute nach bestem Wissen und Gewissen als Zusammenfassung dessen sagen kann, warum es zu dieser Krise gekommen ist (ganz abgesehen davon, dass es immer Krisen gegeben hat und geben geben wird) und was sie bedeutet:

Erstens: All die Stories von Gier, Spekulation und zu kompliziert gewordenen Finanzprodukten erklären gar nichts; denn Gier und Spekulation gibt es, seit es Menschen gibt, ebenso wie scheinbar zu kompliziert gewordene Zusammenhänge; deshalb haben die linken Krisenerklärer Unrecht haben, die als Krisenursache beklagen, dass heute die Ökonomie mächtiger als die Politik ist; denn das war sie immer.

Zweitens: Viel größere, aber dennoch keine alleine ausreichende Erklärungskraft haben die Hinweise auf eine blasenbildungsfördernde Geld- und Subventionspolitik in Europa, Japan und Amerika, sowie auf die exzessiven und auf historisches Rekordniveau gekletterten Staatsverschuldungen vieler Länder.

Drittens, eine fundamentale historische Erklärung steht über all diesen Faktoren: Die genannten drei Regionen, die in den letzten Jahrhunderten die Weltwirtschaft und damit auch die Weltpolitik beherrscht haben, sind im globalen Wettbewerb gegen die aufstrebenden Schwellenländer entscheidend zurückgefallen, was sich lange nicht, aber dann im plötzlichen großen Erdbeben der Krise umso heftiger gezeigt hat.

Spanien und Irland waren gering verschuldet

Dass die Krise mehr mit Wettbewerbsveränderungen als mit Staatsverschuldung alleine zu tun haben muss, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass keineswegs alle jener Staaten, die heute so heftig von der Krise erschüttert werden, vor der Krise eine hohe Staatsverschuldung gehabt haben. In Spanien und Irland war diese – im Gegensatz zu Griechenland und Portugal – sogar besonders niedrig. In diesen beiden Ländern war dafür die Privatverschuldung gegenüber dem Ausland besonders hoch (von Banken, Unternehmen, Privaten).

Allen Krisenländern gemeinsam ist damit, dass sie mehr Produkte und Leistungen des Auslandes konsumiert haben, als sie dem Ausland verkaufen konnten. Sie hatten insgesamt eine hohe Außenverschuldung (egal ob staatlich oder privat) und damit ein großes Zahlungsbilanzdefizit. Das sind zwangsläufige Folgen einer geschrumpften Wettbewerbsfähigkeit. Ein solches „Geschäftsmodell“ muss früher oder später kollabieren.

Nicht der Euro ist schuld, sondern seine falsche Nutzung

Daran ist aber auch nicht der „Euro“ an sich schuld, wie manche Anhänger von Verschwörungstheorien meinen. Jedoch: Der Euro ermöglichte es ein Jahrzehnt lang den südeuropäischen Krisenländern, anstrengungsfrei gut zu leben. Ungeachtet der Tatsache, dass sie die zuvor durch ständige Abwertungen immer halbwegs verteidigte Wettbewerbsfähigkeit gleichzeitig stark absinken ließen.

Die Geldverleiher, die „Märkte“, haben ihnen viel zu billig viel zu viel Geld geborgt; sie haben sich in einem blamablen Vergessen wirtschaftlicher Grundtatsachen zehn Jahre lang nicht mehr die Kreditwürdigkeit ihrer Schuldner angeschaut; sie haben irgendwie an eine magische Wirkung einer gemeinsamen Währung geglaubt. Das Umdenken geschah dann umso heftiger.

Die Ursachen dieses Verlusts an Wettbewerbsfähigkeit sind vielfach und werden sicher noch Anlass zu spannenden Analysen sein. Eine zentrale Ursache der Krise ist jedenfalls, auch wenn es aufs erste paradox klingt, der unglaubliche Erfolg des westlichen Modells. Europa und Amerika haben seit einem halben Jahrtausend einen unglaublichen Aufstieg erlebt. Sie haben ökonomisch, kulturell, politisch die Welt beherrscht. Dieser Aufstieg hat sich in den letzten beiden Generationen seit dem Weltkrieg noch einmal vervielfacht, vor allem weil das EU-Europa zugleich die längste Friedensperiode der Geschichte genossen hat.

Zusammen mit der Nutzung zahlloser wissenschaftlicher Erkenntnisse, mit den Vorteilen einer globalisierten Wirtschaft, mit dem Nutzen eines halbwegs funktionierenden Marktes, mit stabilen demokratischen Verhältnissen, mit der Basis eines korrekten Rechtsstaats hat diese Periode den Menschen zuvor Ungeahntes ermöglicht, den weitaus höchsten Massen-Wohlstand der Geschichte und eine Rekord-Lebenserwartung bei guter Gesundheit.

Der Sündenkatalog

Aber diese Periode hat Europa selbstzufrieden und müde gemacht. Mit fatalen Konsequenzen auf allen genannten Feldern.

  1. Die schlimmste Katastrophe ist zweifellos der Wohlfahrtsstaat, der in den letzten Jahrzehnten mit zunehmender Verschuldung erkauft worden ist, der immer mehr Menschen ein konsumorientiertes Leben ermöglicht hat, der zugleich viele Bürger und damit auch die Politik die Grundlagen des früheren Erfolges vergessen ließ;
  2. Die Menschen waren sich immer weniger der Notwendigkeit von Leistung und Anstrengung bewusst;
  3. die Schicht wirklicher Leistungsträger wurde durch immer höhere Auflagen und Steuern demotiviert;
  4. immer mehr Menschen glaubten ernsthaft, die Durchsetzung politischer beziehungsweise sozialer Forderungen schaffe die Grundlage des Wohlstandes;
  5. Staaten und EU lähmten die Wirtschaft mit einer ständig wachsenden Fülle von ökologisch, sozial, gesundheitlich und obrigkeitsstaatlich begründeten Regeln und Vorschriften, womit die europäischen Unternehmen im Wettbewerb gegen die sehr freien Konkurrenten in Übersee ständig weiter zurückgeworfen wurden;
  6. zugleich gelang es Panikmachern, den Menschen mit dubiosen Parolen gegen Atome, Gene, Hormone oder Klimakatastrophen Angst vor der Wissenschaft zu machen;
  7. die Gewerkschaften trieben in Tateinheit mit populistischen Politikern die Lohn- und Sozialkosten ständig steiler in die Höhe, als sie zugleich in den konkurrierenden Schwellenländern anstiegen;
  8. dazu kommen zunehmend die Folgen der Geburtenverweigerung: Europa wie Japan werden im Rekordtempo älter. Das wird im nächsten Jahrzehnt zu einem Kippen der sozialen Balance führen. Die rasch schrumpfende Schicht der Arbeitenden wird sich zunehmend weigern, der riesigen Menge an alten Menschen den erhofften Ruhestand mit dem heutigen Pensionsniveau zu finanzieren. Und die Zuwanderer werden sich da erst recht weigern; hatte man ihnen doch Europa nur als ein sozialstaatliches Schlaraffenland vermittelt, das man ganz anstrengungsfrei konsumieren kann.

Aus all diesen und etlichen anderen Gründen weigern sich verständlicherweise China&Co, die heute auf Billionen von Dollar- und Euro-Noten aus ihren emsigen Exporten sitzen, dieses Geld so wie in den letzten Jahrzehnten in europäische Staatsanleihen und Banken zurückzuinvestieren. Sie kaufen sich lieber afrikanische Ländereien, um dort Landwirtschaft und Bergbau zur eigenen Versorgung zu betreiben, sowie europäische Spitzenindustrien, deren Knowhow sie brauchen.

Dementsprechend haben alle großen Schwellenstaaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika), also die Machtzentren der Zukunft, die heute schon die Hälfte der Weltbevölkerung stellen, in der Vorwoche bei einem Gipfeltreffen einhellig die egoistische und kurzsichtige Politik des Westens getadelt,sich durch wilde Geldvermehrung einen kurzfristigen Vorteil zu kaufen. Sie weigern sich auch, via Währungsfonds den Schuldenstaaten zu helfen.

Der schöne Schein des Krisen-Endes

Wieso scheint es dennoch seit einigen Wochen so, dass auch die zweite Welle der 2008 begonnenen Krise glimpflich vorbei wäre? die Antwort ist ziemlich klar: Die europäischen und amerikanischen Zentralbanken drucken wie verrückt Geld, mit denen die Staaten (auf dem Umweg über die Banken) derzeit ihre alten Schulden in neue umwandeln. Das hat die unmittelbare Katastrophenstimmung gemildert. Dennoch versucht jeder sonstige Besitzer dieses Geldes dieses rasch in Sachwerte einzutauschen (seien es Qualitätsimmobilien oder Gold oder brasilianische Aktien).

Das ist natürlich ein Wirtschaftsmodell, das sehr bald platzen muss. Daher ist die Krise zweifellos nur kurzfristig unterbrochen.

Köstlich naiv ist der derzeit boomende Glaube vieler europäischer Politiker und Journalisten, man müsse nur die Dämme der diversen Krisenrettungsmechanismen hoch genug bauen, um jede Katastrophe verhindern zu können: 300 Milliarden, 500 Milliarden, 800 Milliarden, 1,3 Billionen, 10 Billionen: Fast im Wochentakt werden die Summen größer, die Dämme höher, mit denen ein Ausbrechen der Fluten verhindert werden soll.

Notenbanker zurück an die Uni

Aber die Finanzströme verhalten sich ähnlich wie die echten Hochwässer: Mit hohen Dämmen kann man zwar viele kleine Überflutungen verhindern. Kommt dann aber bisweilen das große Wasser, wird die Katastrophe umso größer. Irgendwann bricht immer irgendwo ein Damm, wenn der Druck zu groß wird; oder es steigen die Fluten einfach über jede denkbare Dammgröße hinaus und sind dann ein umso verheerenderer Schwall. Deswegen baut man ja jetzt beim echten Wasser wieder viele eng und hoch eingedämmte Flussläufe wieder zurück, lässt ihnen statt dessen in möglichst großen Flächen die Möglichkeit zur gefahrlosen Ausdehnung, um die menschlichen Behausungen selbst umso effektiver schützen zu können.

Vielleicht sollte man die Notenbanker und Regierungspolitiker Europas und Amerikas in eine Vorlesung über modernen Wasserbau schicken? Vielleicht lernen sie dann, dass man die Europäer in ihrer Unbeweglichkeit, wohlfahrtsstaatlichen Verfettung, Überalterung nicht durch immer höhere Schuldendämme vor den Folgen ihrer rasch schwindenden Wettbewerbsfähigkeit schützen kann. Sondern nur dadurch, dass man diese Wettbewerbsfähigkeit wieder offensiv verbessert. So wie es einst den Amerikanern nach dem Sputnik-Schock oder den Mitteleuropäern nach den Osmanen-Angriffen geglückt ist.

Die ToDo-Liste

Heute wäre natürlich – von der Annahme ausgehend, dass im Atomzeitalter die Auseinandersetzungen ehr wirtschaftlich und weniger militärisch sind – ein anderes, den Herausforderungen angepasstes Maßnahmenbündel nötig, durch das man die Wettbewerbsfähigkeit wieder erhöhen könnte:

  1. Durch massive Deregulierung;
  2. durch Offenheit gegenüber den Vorteilen der modernen Wissenschaft;
  3. durch Wettbewerb und Vielfalt;
  4. durch Reduktion der Sozialleistungen nur auf jene Menschen, die wirklich ohne Unterstützung existenziell bedroht wären;
  5. durch flexible (also ebenso wie bei den Konkurrenten Kündigungen problemlos ermöglichende) Arbeitsmärkte, in denen wieder neue Jobs entstehen können;
  6. durch mutiges Inkaufnehmen der Tatsache, dass in einer lebendigen Wirtschaft immer wieder der Tod von Unternehmen (also auch Banken!) in Kauf genommen werden muss, damit neues Leben entsteht;
  7. durch niedrigere Steuern und Abgaben;
  8. durch Verwaltungsvereinfachungen;
  9. durch die moralische und finanzielle Ermutigung für junge Frauen und natürlich auch Väter, wieder viel mehr Kinder als wichtigste Zukunftsinvestition in die Welt zu setzen und diese auch ohne schlechtes Gewissen als hauptberufliche Eltern aufziehen zu können;
  10. durch Stopp der Sozialmigration und Forcierung der Elitenzuwanderung;
  11. durch eine schnelle, transparente und funktionierende Justiz.

Würden Europas Regierungen samt EU diese Ziele mit Schnelligkeit und großer Energie sowie Unterstützung der Menschen verfolgen, dann hätte dieser Kontinent noch eine Chance. Dann wäre das Hochziehen der Krisenpräventions-Dämme sogar sinnvoll, um zeitlich noch ein wenig Luft für die notwendigen Reformen zu gewinnen.

Die Schnellen zu bremsen statt die Langsamen zu beschleunigen?

Jedoch fehlt mir der Glaube, dass Europas Bürger diese Notwendigkeiten noch erkennen können. Weshalb die Politiker sie schon gar nicht erkennen wollen. Beide glauben in ihrer Mehrheit offenbar wirklich, dass durch diese Dämme aus Schulden die Folgen des Wettbewerbsverlustes dauerhaft abgewendet wären.

Ein epochaler Irrtum. Denn damit werden die teuren Schutzdämme zur Hauptursache der nächsten großen Krise. Als Folge konzentriert sich Europa jetzt nicht auf das knappe noch offen stehende Zeitfenster zur Wiedererlangung seiner Wettbewerbsfähigkeit, sondern glaubt offenbar wirklich, dass eine Fiskal- und Sozialunion die richtige Krisenprävention für die Zukunft herstellt.

Vor allem die Sozialdemokraten, aber auch etliche andere Parteien meinen: Wenn einmal die Löhne, Steuern und Sozialleistungen zwischen Griechenland und Deutschland (sowie allen anderen) angeglichen sind, wenn es also innerhalb Europas weniger Wettbewerb gibt, dann gewinnt Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit zurück. In Wahrheit aber tritt das genaue Gegenteil ein: Auch Deutschland und die paar noch halbwegs lebensfähigen Länder werden dann mit absoluter Sicherheit ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Dann gibt es kein böses Blut zwischen Deutschen und Griechen mehr, denn allen wird es gleich schlecht gehen.

Der Merksatz für alle weltfremden Theoretiker: Europa darf nicht seine Schnellsten bremsen, sondern muss die Langsamsten munter machen.

Apr 022012
 

Esel(Georg Vetter) – Eine ganz einfache politische Grundregel der Kommunikation lautet: Überbringe unangenehme Nachrichten dann, wenn möglichst wenige Menschen zuhören. Diese Taktik funktioniert oft, aber nicht immer – wie zuletzt das Beispiel Niko Pelinka gezeigt hat.

Nunmehr scheint diese Methode auch in der Gesetzgebung Einzug zu halten. Nachdem der Nationalrat in einer Marathonsitzung am 28. März das Stabilitätsgesetz 2012 verabschiedete, folgte am Freitag, dem 30. März, der Bundesrat. Am Samstag, dem 31. März, unterzeichnete der Bundespräsident und bestätigte das verfassungsmäßige Zustandekommen des Gesetzes. Noch am gleichen Tag erfolgte die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt und Stunden später, nämlich ab 00.00 Uhr des 1. April 2012 stand das Gesetz in Geltung. Da § 2 ABGB bestimmt, dass sich niemand auf die Unkenntnis eines Gesetzes berufen kann, sobald ein solches gehörig kundgemacht ist, war formal auch alles in Ordnung. Es kommt nämlich nur auf die gehörige Kundmachung an – und nicht auf die Möglichkeit, das Gesetz auch zu lesen.

Als der besagte § 2 ABGB vor 200 Jahren in Kraft trat, gab es noch kein Internet, mit dem der Staat seine Gesetze per Mausklick veröffentlichen konnte. Die längste Zeit wurden Gesetze im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht, sodass zumindest die theoretische Möglichkeit des Lesens bestand. Gäbe es heute noch die Notwendigkeit einer Druckversion und die seinerzeitigen Setzer, wäre das Inkraftsetzen eines Gesetzes binnen weniger Stunden ab Unterzeichnung durch das Staatsoberhaupt eine technische Unmöglichkeit.

Geht man davon aus, dass es auch österreichische Staatsbürger ohne Internet gibt, so stellt sich die Frage, wie dieser Teil der Bevölkerung am Nachmittag eines Samstags in den Besitz eines Bundesgesetzblattes kommen soll, das eben erst unterzeichnet worden ist. Selbst wenn die Staatsdruckerei für das Stabilitätsgesetz 2012 Überstunden anordnen würde, wäre eine Auslieferung binnen weniger Stunden in ganz Österreich eine logistische Meisterleistung. Die Wiener Zeitung war ja schon erschienen und die Trafiken des Landes hatten auch schon ihre Tätigkeit beendet.

Aber auch dann, wenn wir uns mit der Veröffentlichungsfiktion per Internet abfinden können, und selbst dann, wenn wir davon ausgehen, dass der Inhalt des Stabilitätsgesetzes binnen acht Stunden gelesen werden kann, ist es unmöglich, das Gesetz auch zu verstehen. Dies hat seinen Grund in einer ganz spezifischen Gesetzgebungstechnik. Das Stabilitätsgesetz ist nämlich ein solches, das 13 andere Gesetze – vom Publizistikförderungsgesetz bis zum Pensionskassengesetz – ändert. Manchmal – und das ist die einfache Variante – werden vollständige Paragrafen gestrichen und durch andere Inhalte ersetzt (wie im vorliegenden Fall beim § 30 Einkommensteuergesetz). Meistens werden aber nur einzelne Worte, Wortfolgen, Ziffern, Verweisungsnormen etc. gestrichen oder geändert, sodass man ohne Kenntnis des Originaltextes gar nicht wissen kann, was da geändert worden ist.

Das Stabilitätsgesetz 2012 ist in seiner Originalversion also zuallererst eine Denksportaufgabe, deren Lösung einen guten Tag in Anspruch nehmen dürfte. Wer sich dieser Aufgabe gestellt und konsolidierte Versionen der 13 Gesetze erstellt hat, kann sich dem Studium des Inhalts der geänderten Gesetze widmen.

Dieser Denksportaufgabe stellt sich kaum ein Mensch. Jeder Rechtsanwender bedient sich anderer Quellen, insbesondere der konsolidierten Version des Bundesrechts im Rechtsinformationssystem RIS – einem Service des Bundeskanzleramtes.

So weit, so gut. Wer also den aktuellen Inhalt eines Gesetzes lesen möchte, bedient sich im Allgemeinen des RIS. Nur war dies am 1. April 2012 schlicht und einfach nicht möglich. Zwar erwartete der Bundeskanzler, dass die Rechtsunterworfenen ab diesem Tag die neuen Gesetze kennen und anwenden, doch stellte sein eigenes Amt an diesem Tag nach wie vor die alten Versionen als konsolidiertes Bundesrecht zur Verfügung. Das Bundeskanzleramt war nicht in der Lage, mit dem Inkrafttreten des Stabilitätsgesetzes 2012 aktuelle Gesetzesversionen zur Verfügung zu stellen.

Der Rechtsanwender konnte daher schon aus gesetzestechnischen Gründen die Rechtslage nicht kennen.

Dass zwischen der Beschlussfassung eines Gesetzes und seinem Inkrafttreten ein angemessener Zeitraum liegt, hat seine guten Gründe. Die Bürger sollen sich rechtzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen können.

Noch nie sind die Bürger so überfahren, um nicht zu sagen: überfallen worden, wie mit dem Stabilitätsgesetz 2012. Selbst das Bundeskanzleramt war mit der Kurzfristigkeit der neuen Gesetzeslage vor aller Augen hoffnungslos überfordert. Die Botschaft, die die Regierung aussendet, ist alles andere als vertrauenserweckend. Jede Regierung, die Pfusch produziert, spielt der Opposition in die Hände.

Dr. Georg Vetter ist selbständiger Rechtsanwalt mit Schwergewicht auf Gesellschaftsrecht und Wahrnehmung von Aktionärsinteressen in Publikumsgesellschaften.

Mar 282012
 

Tote bei Protesten Gegen Koranverbrennung Proteste Gegen Koran Verbrennung 876693 0 320I n Afghanistan wurden neulich ja von den Amerikanern Korane verbrannt:

Und wie war’s wirklich?

Die Gefangenen haben zum Lesen einen Koran bekommen. In den haben sie geheime Botschaften geschrieben um sie auszutauschen. (Was sie ja laut reiner Lehre gar nicht dürfen:-)

Daher mussten die Korane vernichtet werden. Verbrannt haben sie afghanische Arbeiter. Die haben das öffentlich gemacht.

Die Folge: ca. 50 Tote bei Ausschreitungen. Alles Afghanen.

So viel zur “Logik” der Region…

Mar 232012
 

Zyklop(Andreas Unterberger) – Das Ansehen der Justiz ist im Keller. Darüber ärgern sich die Richter zu Recht. Denn sie arbeiten ordentlich – während sich alle Skandale in der Staatsanwaltschaft abspielen. Dazu nur einige Beispiele:

  1. Werner Amon wurde nicht informiert, dass gegen ihn ein Verfahren läuft, obwohl die StA dazu verpflichtet gewesen wäre.

  2. Während Amon öffentlich blamiert wird, erfolgte die Befragung von Bundeskanzler Faymann wegen Bestechung von Boulevardzeitungen aus Steuergeldern mit totaler Diskretion.

  3. Dass ein Druckkostenbeitrag an eine Zeitung laut StA Geldwäsche oder Untreue darstellen soll, veranlasst alle befragten Kenner von Strafrecht und Medien zum Kopfschütteln. Das war im Fall Amon wohl Parteifinanzierung oder Anfütterung, was zwar anrüchig ist, aber (derzeit) nicht strafbar.

  4. Wäre es aber strafbar, dann müssten die Verantwortlichen sämtlicher Medien (samt Sponsoren) auf die Anklagebank. Denn sie alle haben Druck- oder Sendekostenbeiträge genommen. Es läuft aber nur gegen Amon ein Verfahren – “zufällig”, nachdem er eine Nachprüfung des Versagens der Staatsanwälte im Fall Kampusch durch die FBI verlangt hat.

  5. Die Staatsanwälte haben trotz massiver Indizien nie ein Verfahren gegen den mutmaßlichen Zweittäter eröffnet, womit auch Kampusch nie unter Wahrheitspflicht aussagen musste.

  6. Die StA hat niemals ernsthaft den ständigen Amtsmissbrauch untersucht, der im gezielten Hinausspielen geheimer und “zufällig” immer nur Blau, Orange oder Schwarz belastender Aktenteile besteht.

  7. Das Verfahren gegen Claudia Schmied wegen der Milliardenpleite der Kommunalkredit ruht seit drei Jahren vor sich hin.

  8. Die 55 Millionen teure Untreue beim Verkauf der Bank Burgenland hat noch zu keinen erkennbaren Aktionen geführt.

Die Liste ließe sich fast unendlich fortsetzen. Der Verdacht des einäugigen Machtmissbrauchs ist gewaltig.

Mar 112012
 

Thumbs up (Andreas Unterberger) – Eine Leserin hat geschrieben: „Man muss nur die Augen offenhalten, dann sieht man auch das Lobenswerte; man muss es nur sehen wollen“. Ich wollte und ich sah: einen neuerdings ernsthaften Kampf einiger Länder gegen Anonymous und gegen jugendliche Gewalttäter; oberösterreichische und europäische Politiker, die überraschend Rückgrat zeigen; souveräne Russen und sparfreudige Iren; mutige Salzkammergut-Bürgermeister und Hofburg-Geschäftsführerinnen; innovative Steirer und lernwillige Bezirksvorsteherinnen. Daher bin ich sicher: Irgendwann wird mir auch bei der Bundesregierung oder gar unserer Justiz einmal etwas positiv auffallen. Wart ma mal.

Überaus erfreulich ist, dass es in den USA erstmals gelungen ist, eine Gruppe von fünf „Anonymous“-Hackern zu erwischen. Damit ist das Übel zwar noch lange nicht beseitigt. Aber es zeigt: Die Menschheit ist nicht hilflos gegen die elektronischen Giftmischer, die sich als ein neues göttliches Wesen berechtigt fühlen, das Internet und seine Nutzer zu behindern, wann und wo auch immer sie wollen. Gewiss haben es die Herrschaften (meistens sind es ja eher Burschenschaften) wie viele kriminelle Gruppen eine Zeitlang geschafft, unentdeckt zu agieren. Aber irgendwann kommt man ihnen zum Glück halt doch auf die Schliche. Vor allem spricht sich nun auch langsam herum, dass das Tun der Hacker genauso übel ist, wie wenn jemand Strom- oder Telephonleitungen durchschneidet oder Wasserversorgungssysteme zerstört. Jeder, der einmal davon betroffen gewesen ist, hält das eine wie das andere jedenfalls längst nicht mehr für ein lustiges Kavaliersdelikt.

Genauso freuen dürfen wir uns, dass in Irland wieder die Beschäftigung wächst. Die Rückkehr in jene Jahrhunderte, da alljährlich ein Gutteil der irischen Jugend nach Amerika oder sonstwohin auswandern musste, war offenbar nur eine recht kurzfristige. Die Iren haben halt im Gegensatz zu Griechenland auch wirklich beinhart saniert. Zumindest in diesem Fall kann man die europäische Hilfe als durchaus sinnvoll bezeichnen.

Erfreulich ist auch, dass einige europäische Regierungschefs Rückgrat zeigen und den französischen Sozialistenchef Hollande, der wahlkampftaugliche Photos mit ihnen gebraucht hätte, nicht empfangen. Sein Verhalten ist nämlich schon mehr als eine Chuzpe: Europas Sozialisten waren zusammen mit Frankreich jene, die 2010 am lautesten die Hilfsaktionen für die Schuldnerstaaten verlangt hatten. Wenn nun ausgerechnet Monsieur Hollande den Fiskalpakt der EU kündigen will, der ein Eckpfeiler dieser europäischen Hilfspolitik ist, dann ist das ein starkes Stück. Wohlgemerkt: Hollande kritisiert nicht etwa die teuren Hilfsaktionen, sondern nur die Tatsache, dass die Staaten nun zu mehr Budgetdisziplin verpflichtet werden sollen. Daran stört ihn offensichtlich nur eines: dass dadurch die sozialistische Schuldenmachgier beschränkt werden würde. Wenn fast alle europäischen Linksmedien unter Führung des „Spiegel“ jedoch statt dieser Inkonsequenz Hollandes nur seinen Boykott kritisieren, ist das schon recht erstaunlich.

Erfreulich sind auch die Russen. Gewiss nicht wegen der unfreien Präsidentenwahl, aber für ihre Auswahl beim Eurovision Song Contest: Sie schicken eine Gruppe kleiner und faltendurchfurchter Urgroßmüttern in Trachten und mit Bastschuhen ins Rennen. Das zeugt nun wirklich von Lockerheit, Souveränität und Mut. Und es zeigt wohl auch Menschlichkeit in der ja ansonsten total kommerzialisiert-verkrampften Unterhaltungsbranche.

Beifall hat sich auch die deutsche Koalition verdient: Sie führt für jugendliche Straftäter einen kurzen „Warnschussarrest“ ein. Damit kann jungen Gewalt- und Eigentumstätern etliche Etappen früher als bisher beigebracht werden, dass der Staat bei der Verteidigung der gesellschaftlichen Regeln ernst zu machen bereit ist. Die Strategie der Diversion im Hinterzimmer und der vielen Bewährungsstrafen in Serie hat offensichtlich auf viele postpubertäre Köpfe jede abschreckende Erziehungswirkung verfehlt. Jugendliche Täter müssen künftig bisweilen schon beim ersten Delikt einige Tage hinter Gitter, aber eben nur so kurz, dass sie nicht aus ihrem bisherigen Leben in Schule oder Arbeit gerissen werden. Und ohne dass sie im Gefängnis die endgültige Kriminalitäts-Schulung erhalten können.

Lob gibt es auch für Bürgermeister aus dem Salzkammergut. In ihrem – an sich ja problematischen – Kampf zur Rettung der Bezirksgerichte haben zwölf Bürgermeister aus drei Bundesländern nun vorgeschlagen, dass dem von der Sperre bedrohten Gericht in Bad Ischl künftig nicht nur Gemeinden aus Oberösterreich, sondern auch solche aus Salzburg und der Steiermark zugehören sollen. Und das ist nun in der Tat eine historisch mutige Forderung: Das heißt nämlich: Uns sind die Interessen der Bürger wichtiger als die Bundeslandgrenzen! Wie toll wäre es, wenn jetzt auch zwischen Niederösterreich und dem Burgenland in Sachen grenznaher Spitäler so gedacht würde. Oder zwischen dem Südburgenland und der Steiermark. Irgendwie stelle ich mir aber auch vor, wie lautstark in den letzten Tagen einige Telephonate aus Grazer, Linzer und Salzburger Landeshauptmannbüros Richtung Salzkammergut gewesen sein dürften . . .

Nochmals Oberösterreich: Da hat der grüne Umweltlandesrat Rudi Anschober eine Antiatom-Aktivistin vor Gericht gebracht. Sie hatte einige Stunden das Anschober-Büro besetzt. Das ist nun wirklich interessant: Sobald ein grüner Politiker Opfer einer der vielen rechtswidrigen NGO-Aktionen im ökologisch-grün-aktivistischen Umfeld wird, zögert der nicht mit dem Weg zu Gericht. Wenn das hingegen ein anderer Politiker täte, würde der grüne Hysterie-Protest im Parlament sofort die übliche schrille Lautstärke erreichen. Aber wir wollen Anschober jetzt ob seines ungrünen Verhaltens nicht tadeln, sondern ihn vielmehr der restlichen Politik als Vorbild vorhalten. Wenn sich ein Grüner gegen einen Rechtsbruch wehren darf, dürfen das vielleicht künftig auch die anderen wieder. Erstaunlich bleibt freilich, dass auch in Oberösterreich üblich und durch diesen Konflikt bekannt geworden ist, was an dieser Stelle schon als Wiener Skandal gegeißelt worden ist: Eine Antiatom-Gruppe bekam vom Land Geld dafür, dass sie das Land agitatorisch unter Druck setzte – freilich nur so lange, bis sie ein grünes Büro besetzte. Wollte uns Herr Anschober gar zeigen, wie viel Einsparungspotential noch in den Ländern versteckt ist? Auch das wäre freilich sehr lobenswert (zumindest wenn es Folgen hat).

Der Steiermark wiederum geht es schlecht, dass man dort ernsthaft die Zusammenlegung dreier großer Grazer Spitäler plant (was freilich noch keine Realisierung bedeutet). Und noch sensationeller: Die Führung des Zusammenschlusses soll den Ordensspitälern übertragen werden. Diese können zwar auch nicht mehr wie einige Generationen früher die Arbeitskraft von Ordensschwestern und -brüdern ausbeuten, aber sie arbeiten und organisieren so effizient, dass sie österreichweit um rund zwanzig Prozent pro Patient, pro Nacht, pro Behandlung billiger sind. Vielleicht nur deshalb, weil dort kein Politiker Posten besetzen kann, keine Krankenschwestern-Gewerkschaft die Arbeit sabotieren kann, und keine politisch bestellte Spitalsleitung wie etwa im Wiener AKH Ausschreibungen schieben kann?

Wechseln wir nach Wien. Im ersten Bezirk der Stadt hat die Vorsteherin Ursula Stenzel ihren schwachsinnigen Widerstand gegen eine Garage unter dem Neuen Markt aufgegeben. Sie kämpft nun plötzlich für eine Garage. Die schon lange und dringend fällig war. Denn sie würde den schönen Platz autofrei machen und dennoch Autofahrern in einem zentralen Bereich der Stadt eine bessere Zufahrt ermöglichen. Wie bei Anschober gilt auch bei ihr: Man soll niemandem fürs Gescheiterwerden tadeln, Politiker schon gar nicht.

Ebenfalls im ersten Bezirk wird im kommenden Fasching der Nachfolger des WKR-Balls stattfinden: der „Wiener Akademikerball“. Und Schauplatz ist – die Hofburg. Veranstalter sind halt nicht mehr die Burschenschafter, sondern die Wiener FPÖ. Man darf gespannt sein, ob Casinos, Hotel Sacher, Verkehrsbüro und Konsorten – also die Eigentümer – den Ball auch dann verbieten wollen, wenn eine normale Partei ihn veranstaltet. Lobenswert ist jedenfalls die mutige Geschäftsführerin, die das absurde Verbot solcherart wieder ausgehebelt hat. Aber sie kommt aus Tirol, da fürchtet man sich nicht so schnell.

Feb 232012
 

Dollar FalleDie Diskussion kehrt in schöner Regelmäßigkeit wieder. Dann fragen sich Ökonomen, ob der Dollar seine Nummer-eins-Position halten kann oder sein Sturz bevorsteht. 2011 hat die Weltbank in einem Bericht die Debatte wieder neu entflammt. Danach soll die chinesische Regierung seit Monaten an einer Strategie arbeiten, die Bedeutung des Yuan weltweit auszuweiten und den Dollar als Leitwährung abzulösen. Im Dezember kündigten Japan und China an, ihren Handel miteinander auf die eigenen Währungen Yuan und Yen umzustellen. Einen Termin dafür nennen die beiden Länder aber nicht.

Das hat gute Gründe. Denn es gibt starke Argumente dafür, dass sich die Vorherrschaft des Dollar auch langfristig nicht ändern wird:

“Dollar-Falle”

China ist nach Daten des US-Finanzministeriums der größte Gläubiger der USA. Das Reich der Mitte hat bis zu 70 Prozent der Devisenreserven von umgerechnet etwa 2400 Milliarden Euro in auf Dollar lautenden Vermögenswerten angelegt. Und Peking weiß, dass es kaum eine andere Wahl hat. Denn nur auf dem Dollar-Markt sei das Angebot groß genug, um die hohen Summen aus China ohne Verwerfungen zu verkraften. Damit helfen sie der US-Regierung, ihr Haushaltsdefizit zu finanzieren. Ein umfangreicher Verkauf von US-Staatsanleihen oder die Konzentration der Neuinvestitionen auf andere Währungen würde sich direkt auf den Wert des Dollar auswirken. Würde das US-Finanzsystem crashen, geriete auch das chinesische Wirtschaftswunder in ernste Gefahr. Und diese Situation wollen die Chinesen sicherlich vermeiden.

Die Verrechnungseinheit

Der Dollar hat derzeit mit 60 Prozent den mit Abstand größten Anteil an den internationalen Währungsreserven. Darauf folgt der Euro mit 27 Prozent. Das britische Pfund und der japanische Yen halten einen Anteil von etwa vier Prozent an den internationalen Währungsreserven, den Rest teilen sich sonstige Währungen. Mit Blick auf diese Zahlen bleibe der US-Dollar “mindestens die nächsten zehn Jahre” die wichtigste Leitwährung der Welt, sagte Russlands Vizepremier und Finanzminister Alexej Kudrin am Rande einer UN-Konferenz, die dem Kampf gegen die globale Wirtschaftskrise gewidmet war. “Der Dollar ist heute die wichtigste Leitwährung in der Welt vor dem Euro. Es ist nicht leicht, diese Struktur zu ändern. Denn alle Verrechnungen in der Welt erfolgen entweder in Dollar oder in Euro”, führte Kudrin aus. Selbst zwischen den Ländern, die den bilateralen Handel nicht in Dollar betreiben, erfolgen die Verrechnungen in Dollar. Die großen Konkurrenten Japan und China zahlen 60 Prozent ihres Handels miteinander mit US-Dollar. Und es gibt keine Idee, wie Verrechnungen tatsächlich anders abgewickelt werden können.

Welche Krise?

Die US-Wirtschaft ist nicht nur die weltgrößte, sondern doppelt so groß wie die auf Platz zwei rangierende chinesische. Das Pro-Kopf-Einkommen ist höher als das der BRIC-Staaten China, Indien, Russland und Brasilien zusammen. Trotz aller Bedenken über die Bonität der USA – Standard & Poor’s hat die Top-Bonität AAA entzogen – haben die Schwankungen des Weltmarkts die Dominanz des Dollar als Leitwährung nur gestärkt. Die Nachfrage nach US-Anleihen ist nach der Herabstufung sogar gestiegen. Natürlich stehen die USA vor gewaltigen Herausforderungen. Die Staatsverschuldung wächst, die Arbeitslosigkeit ist groß, die Reallöhne sind gesunken – all das nagt am Selbstwertgefühl des Landes. Dennoch: In keinem Land gibt es mehr Elitehochschulen, mehr multinationale Konzerne, mehr Innovationen an vorderster Technologiefront. Startups aus dem Silicon Valley haben stark an Fahrt aufgenommen. Bei den wirtschaftlich wichtigen Entwicklung unkonventioneller Fördertechnologien für Erdgas sind Amerikas Firmen führend. All das lässt den Schluss zu: Das Land bewältigt auch die aktuelle Krise.

Stärke der USA

Das Staatsdefizit der USA ist höher als das der Euroländer, auch das Leistungsbilanzdefizit der USA. Das sollte den Dollar eigentlich schwächen, aber das Gegenteil ist der Fall. In den USA reagiert die Wirtschaftspolitik einfach schneller auf Fehlentwicklungen als etwa Europa. Das zeigt auch der Blick in die Vergangenheit: So wurde das hohe Staatsdefizit der Reagan-Regierung durch eine aggressiv expansive Geldpolitik, begleitet auch von Steuererhöhungen, unter Nachfolger Clinton in einen Überschuss gewandelt. Warum sollte das nicht auch diesmal gelingen?

Feb 212012
 

“Das Militär lässt junge Kerle zu echten Männern reifen” – dieser Ausspruch hat offenbar einen wahren Kern, zumindest wenn man “Männlichkeit” auf der Basis traditioneller Rollenerwartungen definiert. Denn laut einer Studie unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Universität Tübingen beeinflusst der Wehrdienst in substanzieller Weise, wie verträglich sie im Umgang mit anderen Personen sind.

Jgb 25Charakterliche Veränderungen nachzuvollziehen, ist äußerst kompliziert. Zum einen, weil entsprechende Studien über einen längeren Zeitraum angelegt sein müssen, und zum anderen, weil es vielfältige Gründe für Veränderungen in der Persönlichkeit geben kann. “Deshalb haben wir eine Methode angewandt, die diese Faktoren so gut wie möglich erfasst”, erklärt Ulrich Trautwein, Psychologe an der Universität Tübingen, der die Studie gemeinsam mit Josh Jackson von der Washington University sowie Felix Thoemmes, Kathrin Jonkmann und Oliver Lüdtke von der Universität Tübingen veröffentlichte. “Das Ziel war es, die Gruppe der Studienteilnehmer so homogen wie möglich zu machen, um dann nachvollziehen zu können, ob die Persönlichkeit eines Menschen von dem beeinflusst wird, was er tut oder erlebt.” Denn unter Wissenschaftlern ist man sich uneins, ob Charakterzüge hauptsächlich genetisch bedingt sind und sich entsprechend nur wenig verändern lassen, oder ob sie durch Erfahrungen geprägt werden.

“Die Untersuchung mit jungen Erwachsenen, die entweder Militärdienst oder Zivildienst leisteten, bot für uns eine ideale Gelegenheit, Effekte von Lebensbedingungen auf die Persönlichkeitsentwicklung zu untersuchen”, sagt der Studienleiter. Denn die Rekruten lassen sich in einem ähnlichen Lebensabschnitt auf mehr oder minder gleiche Lebensbedingungen und Tagesabläufe ein, die sich jedoch sehr von dem Tagesablauf von Zivildienstleistenden unterscheidet.

Die Studie fand vor der inzwischen erfolgten Abschaffung des Wehrdienstes statt. Um vorab zu prüfen, ob bestimmte Eigenschaften die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich jemand zum Wehrdienst meldet, befragten die Wissenschaftler männliche Schüler an circa 150 Gymnasien, und zwar bevor diese sich zwischen Wehrdienst und dem Zivildienst entscheiden mussten. Die Befragung erfolgte anhand des sogenannten Fünf-Faktoren-Modells nach Costa und McCrae: Den Probanden wurden Fragen zu fünf Persönlichkeitsmerkmalen gestellt, die als relativ dauerhaft, unabhängig voneinander und von kulturellen Unterschieden gelten – Extraversion, Verträglichkeit, Offenheit für neue Erfahrungen, emotionale Stabilität und Gewissenhaftigkeit.

Tatsächlich entpuppten sich junge Männer, die sich zugunsten des Wehrdiensts entschieden, als etwas weniger offen für neue Erfahrungen, dafür aber emotional stabiler und neigten weniger dazu, sich Sorgen zu machen, ergab die Auswertung. Und sie waren weniger verträglich, “also weniger warmherzig und kooperativ im Umgang mit anderen”, wie es die Sozialwissenschaftler formulieren. “Es ist also kein Zufall, wer Militärdienst leistet”, schlussfolgert Ulrich Trautwein.

Nachhaltige Veränderungen

Zwei Jahre später, also nach Abschluss des Wehr- oder Zivildienstes, befragten die Forscher die jungen Männer erneut. Es zeigte sich, dass beide Personengruppen im Mittel sozial verträglicher, gewissenhafter und weniger ängstlich geworden waren – eine für diese Altersgruppe typische Entwicklung. Allerdings stieg die Sozialverträglichkeit der ehemaligen Rekruten langsamer an als die der Zivildienstleistenden. Dieser Trend setzte sich noch mindestens vier weitere Jahre fort. Es handele sich also nicht nur um einen kurzzeitigen Effekt, sondern der Militärdienst habe langfristige Auswirkungen auf dieses Persönlichkeitsmerkmal, so Trautwein: “Es ist ein kleiner Unterschied, aber er ist durchaus bedeutsam.”

Dass die spürbaren Veränderungen des Charakters weniger dem Militärdienst geschuldet waren, sondern vielmehr mit den meist sozialen Tätigkeiten des Zivildienstes zusammenhingen, kann der Sozialwissenschaftler ausschließen: “Die ehemaligen Zivildienstleistenden erwiesen sich nicht verträglicher als Gleichaltrige, die gar keinen Dienst geleistet haben.”

Ob gut oder schlecht, ist nicht abzusehen

Welche langfristigen Auswirkungen der geringe, aber spürbare Unterschied auf das Leben ehemaliger Soldaten hat, können die Forscher noch nicht absehen. Was Freundschaften und Beziehungen betreffe, könne er negative Folgen haben, da sich das Konfliktpotenzial erhöhe. Auf der anderen Seite haben Menschen, die weniger kompromissbereit sind, oft bessere Aufstiegschancen im Beruf. Außerdem reagieren sie insgesamt schneller und aggressiver – eine Eigenschaft, die in Kampfsituationen, in denen es um Leben und Tod geht, von Vorteil sei, so die Wissenschaftler.

Mit der Abschaffung der Wehrpflicht wird es in Zukunft schwieriger, die Prägung durch den Militärdienst zu untersuchen. Denn mit dem Wegfall der bislang obligatorischen Frage “Wehr- oder Zivildienst” wird die Entscheidung für das Militär noch viel bewusster gefällt. “Studien gibt es dazu noch keine. Ich würde aber erwarten, dass sich dadurch wandelt, wer zum Militär geht. Und dies wiederum hat einen Effekt darauf, was man beim Militär erlebt. Damit dürften sich die Auswirkungen auf die Persönlichkeit eher verstärken”, mutmaßt Ulrich Trautwein.

Joshua Jackson (Washington University, St. Louis) et al. Psychological Science